Impressum     Kontakt     Rechtshinweis                       

OGST-Portrait Organisation
Information Kalender
Archiv Links & Partner
 

   
    Weitere Informationsseiten:

 Offiziersgesellschaft Österreich
 

OGST-Zeitschrift 
 

 Bundesheer.at

Grazer Wechselseitige Versicherung 
 


Unteroffiziersgesellschaft Steiermark

Jägerbataillon Steiermark Infoseite
 

ÖBH bei Wikipedia
 

 

Rede von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer
Ausmusterung "Tag der Leutnante" MilAk, 27.09.2014
 


Sehr geehrter Herr Generalstabschef!
Sehr geehrte Ehren- und Festgäste!
Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ich begrüße mit besonderer Herzlichkeit jene Damen und Herren, die heute ihre Offiziersausbildung beenden und als jüngster Offiziersjahrgang in das Österreichische Bundesheer übernommen werden. Sie stehen im Mittelpunkt dieser traditionsreichen Feierstunde und Ihre Leistungen sollen in aller Form anerkannt werden.

Mit dem Namen Ihres Jahrganges – Freiherr von TRAUTTENBERG – ist die Erinnerung an einen Träger des Militär-Maria Theresien-Ordens verbunden, der sich als Offizier im Vielvölkerheer der Monarchie besondere Verdienste erworben hat.


Meine Damen und Herren!

Gerade in diesem Jahr wird uns wieder – z.B. mit dem Blick auf die Ukraine – bewusst, wie wichtig der Schutz der Souveränität eines Landes ist und wie wichtig es andererseits ist, dass Rechte von autochthonen Bevölkerungsgruppen, beispielsweise die Verwendung ihrer Sprache im Amtsverkehr, nicht beschnitten werden.

Auch die blutigen und von Kriegsverbrechen begleiteten Konflikte im Nahen Osten und in Afrika zeigen, dass ein friedliches Miteinander keineswegs als selbstverständlich anzusehen ist, sondern es tagtäglich großer Anstrengungen bedarf, um im zwischenmenschlichen Bereich gegenseitig Achtung und Respekt zu entwickeln und Frieden zu schaffen bzw. zu erhalten.

Eine wesentliche Voraussetzung für eine friedliche Entwicklung und Konfliktprävention ist ein stabiles Umfeld. Durch den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union ist unser Land Teil des größten europäischen Friedens- und Solidaritätsprojektes geworden.

Die Sicherheit Österreichs ist eng vernetzt mit jener der anderen EU-Mitgliedstaaten. Durch eine gemeinsame Politik - basierend auf Freiheit, Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit – hat die EU den Krieg erfolgreich aus ihren Mitgliedsländern verbannt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass wir innehalten und uns mit dem Erreichten zufrieden geben können. Die „Idee Europa“ braucht nicht nur Gemeinschaftssinn und Integrationswillen, sie braucht auch eine Sicherheitspolitik, die sowohl nach innen als auch nach außen Wirksamkeit entfalten kann.


Meine Damen und Herren!

Die Angehörigen des Österreichischen Bundesheeres erbringen seit langem, Jahr für Jahr, den Beweis, dass sie bemüht sind, die politischen Vorgaben und daher auch die Sparziele der österreichischen Bundesregierung und des Nationalrates loyal mitzutragen.

Wenn aber der finanzielle Spielraum von Jahr zu Jahr immer enger wird, dann wird eine erfolgreiche Arbeit auch bei großer Sparsamkeit immer schwieriger.

Dafür darf man aber nicht das Österreichische Bundesheer und seine Führung verantwortlich machen.

Aus der Tatsache, dass der Vorrang der Politik im Bereich der Landesverteidigung in der österreichischen Bundesverfassung verankert ist und auch Beachtung findet folgt, dass die Politik auch die Verantwortung für die finanzielle Ausstattung der Landesverteidigung und des Bundesheeres zu tragen hat. Es sind daher die anstehenden Entscheidungen auf diesem Gebiet mit besonderer Sorgfalt und unter Bedachtnahme auf gesamtstaatliche Notwendigkeiten zu treffen.


Sehr geehrte Damen und Herren!

Mit dem Österreichischen Bundesheer wurde 1955 ein Instrument geschaffen, dessen verfassungsrechtliche Aufgabe primär die Militärische Landesverteidigung ist. Dies bedeutet heute nicht nur den Schutz der Grenzen, sondern vor allem auch den Schutz und die Sicherung kritischer Infrastrukturen vor Angriffen von außen, um die staatliche Souveränität und Handlungsfähigkeit Österreichs auch in schwierigen Situationen zu gewährleisten.

Hinzu kommen weitere Aufgaben, insbesondere die Assistenzleistung für zivile Behörden z.B. im Katastrophenfall und die Erfüllung jener Auslandseinsätze, zu denen sich die politische Führung im Rahmen einer solidarischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik verpflichtet hat.

In diesem Monat sind Vorschläge gemacht worden, die Reisefreiheit an Österreichs Grenzen durch Grenzkontrollen vorübergehend wieder aufzuheben oder einzuschränken und zu diesem Zweck das Bundesheer heranzuziehen. Dazu ist klar und deutlich zu sagen, dass dies erstens nur nach sorgfältiger Prüfung der österreichischen und in Übereinstimmung mit der europäischen Rechtslage möglich wäre, dass zweitens der Begriff „vorübergehend“ genauer zu definieren wäre und dass dies drittens eine zusätzliche Aufgabe für das Bundesheer wäre, für die auch eine entsprechende finanzielle Bedeckung geschaffen werden müsste.


Meine Damen und Herren Offiziere des Ausmusterungsjahrganges 2014!

Als Kommandant oder Angehöriger eines Stabes werden Sie vielfältige Aufgaben, darunter auch Aufgaben unter Einsatzbedingungen im multinationalen Verbund wahrzunehmen haben. Dazu sind Führungskompetenz aber auch breit gefächerte Kenntnisse unentbehrlich.

Ihre Ausbildung wurde darauf abgestellt und Sie wurden sorgfältig vorbereitet, um auch unter besonderen psychischen und physischen Belastungen handlungsfähig zu bleiben und sich der besonderen Verantwortung als Führungspersönlichkeit stets bewusst zu sein.

Sie beenden mit dem heutigen Tag den Fachhochschul-Bachelor-Studiengang „Militärische Führung“. Hierzu gratuliere ich Ihnen, aber auch Ihrem Lehrpersonal sehr herzlich.

Gleichzeitig möchte ich Ihnen dafür danken, dass Sie bereit sind, sich als Berufsoffiziere in den Dienst der Republik Österreich zu stellen.

Diesen Dank richte ich auch an die Leutnante des Milizstandes, die bereit sind, neben ihrem zivilen Beruf als österreichische Offiziere zu dienen.

Schließlich danke ich allen Angehörigen der Theresianischen Militärakademie, Professoren und Lehrern, die an der hochwertigen Ausbildung unserer Berufsoffiziere mitgewirkt haben.

Ein Wort des Dankes wird – wie wir alle wissen – noch deutlicher, wenn es mit einer symbolischen Geste verbunden ist:

Es ist mir auch heuer wieder eine Ehre, als Bundespräsident, den von mir gestifteten Ehrensäbel dem Jahrgangsersten, stellvertretend für den gesamten Ausmusterungsjahrgang, zu überreichen. Es ist dies Hauptmann Johannes Gurschka.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg in Ihrem Beruf. Vor allem wünsche ich unserem Bundesheer und unserem Land, dass Europa ein Kontinent des Friedens sein möge.

Es lebe das Österreichische Bundesheer!
Es lebe die Republik Österreich!

 

Weitere Links:

 

 

 

 

 

 

 

http://www.ogst.at  |  Offiziersgesellschaft Steiermark  |  Straßganger Straße 360  |  A-8054 Graz  |  E-Mail: info@ogst.at  |  © 2003 - 2014 by OGST Medienreferat  |  Impressum